Mode im Blut – der Versace Clan

Der Name Versace steht nicht nur für Opulenz und Protz, sondern auch für eines der traditionsreichsten italienischen Familienunternehmen, das bis heute in Familienhand geblieben ist. Ein Label, das sich meiner Meinung nach sehr positiv entwickelt hat und für die gesamte Modewelt seit Jahrzehnten von großem Interesse ist.

Alles begann im malerischen Reggio Calabria, wo Gianni Versace und seine Schwester Donatella als Kinder eines Handelsreisenden und einer Schneiderin aufwuchsen. Damals spielten sie gern in den griechischen Ruinen ihrer Heimatstadt, Gianni soll dort durch die Abbildung einer Gorgone sogar zu seinem späteren Unternehmenslogo, dem Medusenkopf, inspiriert worden sein.

Schon als junges Mädchen trug Donatella Kleidung, die ihr Bruder für sie entworfen hatte. Sie blieb fortan seine Muse, das platinblonde "Versace-Girl", und nahm regen Anteil am Leben des Mode-Maniacs, der 1978 sein eigenes Label "Gianni Versace" gründete.

Selbiger hatte klein angefangen: Nach dem Abitur arbeitete er im Schneidergeschäft seiner Mutter als Stoffeinkäufer. 1968 startete er seine Karriere als freier Modedesigner für italienische Modehersteller, zum Beispiel für Callaghan, Complice und Genny. In den 1980er Jahren entwarf er zudem Kostümdesigns für die Mailänder Scala, die San Francisco Opera und das New York Ballet.

Die erste Versace-Modenschau für Damen initiierte übrigens der deutsche Textilhändler Albert Eickhoff, der auf die Entwürfe des damals noch recht unbekannten Gianni Versace in Florenz aufmerksam geworden war. Diese wurde im Februar 1978 im Stadttheater von Lippstadt präsentiert (wo auch sonst ;) ).

Den ersten von Pastellfarben geprägten Kollektionen für Damen folgte im September 1978 die Versace-Herrenmode. Versaces zum Teil opulente und gewagte Entwürfe wurden von der Fachpresse in unterschiedlicher Weise gewürdigt, von Designer-Kollegen und  Kritikern als "vulgär" bezeichnet und von den Kunden begeistert aufgenommen. Aufgrund seiner ausschweifenden Kreationen wurde er auch als "Meister des Neobarock" bezeichnet.

Ganz im Gegensatz zu den eher zurückhaltenden Kreationen von Konkurrenten wie Giorgio Armani oder Prada, stach die Marke durch schrille und auffällige Mode heraus. Grelle Farben, glänzende Materialien und schillernde Muster waren genauso kennzeichnend für die Mode, wie provokante Schnitte und opulente Verzierungen.

Inspiration zog Gianni Versace aus der Kunst von bspw. Andy Warhol und Roy Lichtenstein und aus der Mythologie des Antiken Griechenlands und dem alten Rom.

1997 wurde Gianni Versace bekanntermaßen von einem Serienmörder vor seinem Haus in Miami Beach erschossen. Ein Ereignis, das die Welt des Glamours erschütterte und bis heute Spuren in der Familie Versace hinterlassen hat. Donatella musste kurzerhand als Chefdesignerin einspringen und präsentierte drei Monate nach dem Mord eine beachtliche Prêt-à-Porter-Kollektion.

Sie stellte sich der Herausforderung, gemeinsam mit ihrem Bruder Santo als Geschäftsführer das Modeimperium zu führen. In den folgenden Jahre setzte sie weiterhin auf Overstatement und so mancher Entwurf wurde als "Kitsch-As-Kitsch-Can" von der Modepresse abgetan. Bis es im Sommer 2004 krachte: Der Konzern war hoch verschuldet, Donatella hatte ein ernsthaftes Kokain-Problem. Kurz nach ihrem 18. Geburtstag holte Tochter Allegra mit der Macht ihres 50-Prozent-Anteils Giancarlo Di Risio von Fendi als neuen Vorstandsvorsitzenden zu Versace. Der Sanierungskurs zeigte schnell Wirkung. Donatella überraschte mit eleganten und tragbaren Kollektionen. Präsentiert wurden neue Volumen jenseits der hautengen Schnitte. Die Entwürfe waren nun sophisticated, aber immer noch glamourös und sinnlich. Die Marke bewegte sich in eine neue Richtung: sexy aber nicht schrill.

Neben der Hauptlinie lancierte man im Laufe der Jahre sehr erfolgreiche Zweitlinien. Nach seinen ersten Prêt-à-Porter-Kollektionen gründete Gianni Versace bereits die Zweitlinie "Versus" und die Kinderlinie  "Young Versace".

Unter dem Namen Atelier Versace läuft eine hochpreisige Couture-Linie und das Casual-Segment wird durch die Denim-Linie VJC (Versace Jeans Couture), die eine große Auswahl an tragbaren Basics im typischen Versace-Style umfasst, abgedeckt.

Seit dem Jahr 2000 betreibt die Versace-Gruppe außerdem das Palazzo Versace, ein Luxushotel an der australischen Gold Cost, das in Deutschland als Quartier für die „Stars“ der Serie "Ich bin ein Star – holt mich hier rau!" bekannt geworden ist.

Unter den Versace Fans befanden sich seit je her viele prominente Persönlichkeiten, darunter Weltstars wie Elton John, Elizabeth Hurley, Lady Gaga und die verstorbene Prinzessin Diana.

Auch in puncto Werbung setzt man im Hause Versace auf große Namen. Im Laufe der Firmengeschichte reihten sich große Namen wie Madonna, Bon Jovi, Helmut Newton, Claudia Schiffer oder Halle Berry aneinander und sorgten mit ihren Auftritten und Kooperationen für die Festigung und internationale Bekanntheit des Labels.

Mir gefällt sehr, wie das Label zu einem neuen, zeitgemäßen Stil gefunden hat. Ebenso mag ich, dass Versace sich seit jeher abgehoben hat und einen ganz deutlichen, eigenen Stil mit Wiedererkennungswert zelebriert.

Im CATRUN-Shop findet ihr eine tolle Auswahl an Accessoires der Linien VJC und VERSUS. Hier meine drei Favoriten:

Versace Gürtel

 

Tags: Markenwelt
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