Unisex - Das Spiel mit den Geschlechtern

Einer der wichtigsten Trends zur Zeit heißt Mode für alle! Das Zauberwort ist Unisex. Im Unterschied zu den letzten Jahren nähern sich die Geschlechter wieder mit einer gemeinsamen Sprache und Aussage an. Waren es vor ein paar Jahren nur Fashion-Insider und Modeblogger, die über den teilweise überspitzten Gender-Rollen standen und sich so präsentierten, wie es ihnen selbst am besten passte, so sind es heute auch die großen Modeunternehmen, die die Bedeutung von geschlechtsspezifischer Mode relativieren.

Dabei geht es nicht um den viel zitierten Boyfriend-Trend oder ähnliches, sondern eben um Mode, die für Frau wie Mann gleichwertig designt ist, und nicht unter Verdacht steht, dem einen Geschlecht die andere Geschlechterrolle aufdrängen zu wollen. Bunte Farben und exotische Prints sind für alle da, Basecaps sind bei der Damenwelt im Moment auch hoch im Kurs und sogar die Cuts einiger Jeans-Modelle sind sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet.

Statt die Linien figurbetont für die Frauen zu wählen, werden neutralere Formen entwickelt, die aber der Attraktivität der Frauen nicht schaden und auch die Herren in ein gutes Licht rücken.

Bei den führenden Modeherstellern kommt es immer häufiger vor, dass beide Geschlechter als einheitliche Zielgruppe betrachtet und die Kollektionen auf eben diese Kombination abgestimmt werden.

Der Unisex-Trend bringt auch eigene Ikonen hervor. Unisex-Model Andrej Pejić zum Beispiel macht es vor: Mann oder Frau - das wird erst beim zweiten Blick deutlich. Der 21-jährige verwischt die Geschlechtergrenzen und beschreitet neue Wege auf den internationalen Catwalks. Sein Signature-Look ist sein androgynes Aussehen: Andrej geht sowohl als Männer-, als auch als Frauenmodel durch und ist damit schwer gefragt.

Zalando ließ ihn Damen- wie Herrenschuhe anpreisen, MICHALSKY schickte ihn sowohl für seine Damen- als auch Herrenkollektion auf den Laufsteg und Jean Paul Gaultier steckte Andrej Pejić bei der Paris Fashion Week ebenfalls in Hosen wie Kleider. Er selbst fühlt sich nach eigenen Angaben “mal männlich, mal weiblich” und profitiert davon, Kampagnen und Catwalkjobs für Männer- wie Damenmode abstauben zu können. Nicht nur die Designer, sondern auch die Model-Agenturen reißen sich darum, Andrej Pejic unter Vertrag nehmen zu dürfen. Mittlerweile hat er deswegen in jeder wichtigen Mode-Metropole einen Ansprechpartner. Sein Look inspiriert die Designer auf der ganzen Welt und lässt sie den Unisex-Look in ein neues Level bringen.

Im Hause Prada steht so im Frühjahr/Sommer 2013 auch der Unisex-Gedanke im Vordergrund, dort laufen Mann und Frau zum Teil in identischen Kleidungsstücken auf. Die Formen sind schlicht, der Fokus liegt auf der Innovation der Stoffe und einer linearen Gestaltungsidee.

Auch die aktuelle Kollektion von Jean-Paul Gaultier ist für beide Geschlechter gedacht. Gaultier² (Gaultier hoch zwei) heißt das Konzept des französischen Designers, nach dem er Frauen wie Männer in einem komplett gleichen Bekleidungskonzept auf den Laufsteg schickt. Ob Trenchcoat, Jackett, kurzer Pullover oder Buntfaltenhose, das Prinzip ist bei beiden Geschlechtern identisch. Da können Männer auch schon mal in Röcke gesteckt werden, was aber bei Gaultier eigentlich auch kein Novum ist. Die aktuelle Gaultier Kampagne war dann auch die logische Konsequenz dieses Looks: Hier knutscht Andrej Pejić (wer sonst) mit Model Karolina Kurkova lasziv in identischen Outfits. Beide mit blonder Mähne.

Auch die Kosmetik-Industrie hat den Unisex-Trend erkannt. Sind die sogenannten Unisex-Parfums wohl spätestens seit CK von Calvin Klein fester Bestandteil der Parfümerie-Regale, gibt es in der Zwischenzeit auch Hautpflegeprodukte, Shampoos und Duschgels, die für beide Geschlechter gleich angenehm riechen und von beiden gekauft werden.

Der Trend, dass auch Männer verschiedene Produkte zur Hautpflege oder mit Anti-Aging-Wirkung benutzen, ist schon lange keine Neuheit mehr. Sowohl hochwertige Kosmetikhersteller, als auch die Drogeriemärkte bieten oftmals eigene Pflegelinien für Männer an. Darf man den Trendprognosen allerdings glauben schenken, so sind Unisex-Produkte nun auf dem Vormarsch. Gerade im gemeinsamen Badezimmer von Paaren ist dies zumindest aus Platzgründen erstrebenswert. Ob sich der Unisex-Trend im Pflegebereich jedoch durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Ich finde, dass der Unisex-Trend im Modebereich zur Zeit von den Designer in ganz wunderbaren, überraschend klassischen Schnitten und Entwürfen umgesetzt wird. Tatsächlich absolut tragbar für beide Geschlechter.

Doch wo liegt die Grenze? Meiner Meinung nach gibt es keine Grenze. Jeder soll das tragen, was er/sie will. Sicher möchte Frau nicht, das auf einmal sämtliche Männer in Frauenkleidung herumlaufen – aber ich denke, da laufen wir keines Wegs Gefahr. Doch es ist schön zu sehen, dass mit teilweise überholten Klischees aufgeräumt wird, und dass das Ergebnis Frauen wie Männer so toll aussehen lässt.

 

Bild von P.Wetter / wikipedia 

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